Ein Viertel der DeSH-Mitgliedsbetriebe ohne Brandschutzversicherung

Seit 2021 rasant sinkende Versicherungsquote auf Ende 2023 noch 77 %

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) hat im vierten Quartal 2023 unter seinen Mitgliedern eine Umfrage zur Brandschutzversicherung der Betriebe durchgeführt und zeigt sich von den Ergebnissen alarmiert: Immer öfter erhielten Unternehmen keine Neuverträge oder würden sogar gekündigt. Nachdem die Versicherungsquote für lange Zeit bei über 90 % lag, gaben jetzt nur noch 77 % der befragten Unternehmen an, über eine Brandschutzversicherung zu verfügen.

Im Jahr 2023 geben nur noch 77 % der befragten Unternehmen an, über eine Brandschutzversicherung zu verfügen. Grafik: DeSH

Angesichts dieser Ergebnisse warnt der DeSH vor dem Rückzug von Versicherungsgesellschaften aus der Branche: Immer öfter erhielten Unternehmen keine Neuverträge oder würden gekündigt – mit verheerenden Folgen für die Betriebe und die Zukunftsfähigkeit des Clusters Forst und Holz. Der Verband fordert mehr Kooperationsbereitschaft, Flexibilität und weniger Bürokratie von Seiten der Versicherer.

„Seit 2021 ist die Versicherungsquote in der Säge- und Holzindustrie rasant gesunken. Immer mehr Unternehmen sind mit Kündigungen, steigenden Preisen und bürokratischen Auflagen konfrontiert und sehen sich von der Versicherungsbranche im Stich gelassen“, kommentiert DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt. „Insbesondere für kleinere mittelständische Betriebe sind die Auflagen der Versicherer an technische Maßnahmen zur Brandmeldung und -bekämpfung nicht mehr realisierbar. Teilweise übersteigen die geforderten Brandmeldeanlagen mit den Selbstbehalten den halben Jahresumsatz eines Betriebs. Doch ohne Versicherungsschutz gibt es weder Kredite noch Investitionen. Mittelfristig droht vielen Unternehmen das Aus und damit die Gefahr von Lücken in der wichtigen Wertschöpfungskette von den Waldbesitzenden bis zu den holzverarbeitenden Betrieben im Handwerk und der Industrie.“

„Knapp ein Viertel der Befragten ist derzeit nicht versichert. Wir betrachten diese Entwicklung mit großer Sorge. Während die Versicherungsquote lange Zeit bei über 90 % lag, scheinen Verträge seit dem letzten Jahr gezielt abgebaut zu werden. Mehrere Versicherungsgesellschaften haben sich komplett aus der Branche zurückgezogen, andere erhöhen die Prämien und Selbstbeteiligungen bis über die Grenze des Machbaren. Auch Unternehmen mit hohen technischen Brandschutzstandards und bestehendem Versicherungsschutz beklagen eine Überbürokratisierung und fordern neue Versicherungskonzepte hin zur Brandvermeidung durch Gefahrenerkennung.“ Da die klassischen Brandschutzanlagen keine Versicherungsgarantie mehr darstellen, wird von Seiten des DeSH nach Alternativen gesucht: „Es gibt moderne KI-gesteuerte Systeme, die durch eine wirksame Brandvermeidung überzeugen und zudem transparent und lückenlos das jeweilige Schutzniveau der Betriebe dokumentieren. Mit diesen Lösungen gehen wir aktiv auf die Versicherungsgesellschaften zu, bisher leider erfolglos“, so Schmidt.

Die Säge- und Holzindustrie in Deutschland ist sehr heterogen strukturiert. Die aktuelle Situation trifft vor allem die kleineren Unternehmen und damit eine große Zahl regionaler Arbeitgeber. „Versicherungsbedingungen dürfen nicht dazu führen, dass die Existenz ganzer Branchenteile in Frage gestellt wird. Um wieder verlässliche Rahmenbedingungen zu etablieren, steht der DeSH bereit, in Kooperation mit den Versicherern flexible und zukunftsfähige Lösungen zu erarbeiten“, betont Schmidt abschließend.

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