Geschäftsklima auf insgesamt unverändertem Niveau

HDH-Konjunkturindikator* für die Holzindustrie

Die Stimmung in der deutschen Holzindustrie bleibt im Oktober im Vergleich zum Vormonat weitgehend unverändert. Die Unternehmen zeigen sich einerseits weniger zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage als noch im Vormonat, andererseits blicken sie etwas optimistischer auf die kommenden sechs Monate.

Konjunkturindikator für die deutsche Holzindustrie – Angaben für Oktober *Geschäftserwartung für die nächsten sechs Monate Quelle: HDH

Die Einschätzung zur aktuellen Lage in der Holzindustrie sank im Oktober signifikant auf –29,9 Punkte (Vormonat: –22,1 Punkte). Der Ausblick auf die kommenden sechs Monate hellte sich dagegen deutlich auf, der aktuelle Wert lag zuletzt bei –33 Punkten (Vormonat: –40,3 Punkte). In der Summe blieb der HDH-Konjunkturindikator im Oktober mit –31,5 Punkten (Vormonat: –31,5 Punkte) unverändert.

Im Vergleich zum gesamten Verarbeitenden Gewerbe schnitt das Geschäftsklima in der Holzindustrie wiederum deutlich schwächer ab. Der vom Ifo errechnete Wert für das Verarbeitende Gewerbe stieg im Oktober geringfügig auf –15,9 Punkte (Vormonat: –16,2 Punkte) und bewegte sich damit weiterhin deutlich über dem entsprechenden Wert für die Holzindustrie (–31,5 Punkte).

Angesichts der unterschiedlichen Betroffenheit der einzelnen Segmente blieb die Stimmung in der Holzindustrie uneinheitlich. Zwar schätzen die Unternehmen im baunahen Bereich der Holzindustrie (+36,8 Punkte) und im Holzfertigbau (+36,7 Punkte) ihre aktuelle Geschäftslage als positiv ein. Jedoch deuteten die Erwartungen in allen Segmenten negative Entwicklung in den kommenden Monaten an. Insbesondere die Sägeindustrie (–70,2 Punkte), der baunahe Bereich der Holzindustrie (–64,2 Punkte), der Holzfertigbau (–63,3 Punkte) und die Holzverpackungsindustrie (–60,3 Punkte) blickten sorgenvoll in die Zukunft: Diese Segmente erwarten eine deutliche Verschlechterung der Geschäftslage im kommenden halben Jahr.

Dies ist aus Sicht des HDH vor allem auf die rückläufige Baunachfrage infolge der massiv gestiegenen Baukosten, der zunehmend schlechteren Finanzierungsbedingungen und der unklaren Förderbedingungen zurückzuführen. Die Inflationsrate in Deutschland – so die Bewertung des HDH – blieb mit 4,5 % im September im internationalen Vergleich zu hoch. Die Preise für wichtige Rohstoffe und Vorprodukte der Holzindustrie bewegten sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Hinzu kommt, dass die Europäische Zentralbank am 26. Oktober den Leitzins nach zehn Zinserhöhungen in Folge im Euroraum vorerst unverändert bei 4,5 % beließ. Nach Einschätzung des HDH bleibt unter diesen Umständen die Fremdfinanzierung für Industrie und Verbraucher schwierig. Eine baldige Wiederbelebung der Baukonjunktur und eine schnelle Erholung des Konsumklimas erscheinen dem HDH derzeit unwahrscheinlich.Der monatliche Konjunkturindikator wird vom HDH seit Berichtsmonat Oktober 2020 veröffentlicht. Dieser stützt sich auf die vom Münchner ifo Institut durchgeführte monatliche Befragung von repräsentativen Unternehmen aus allen Segmenten der Holzindustrie und wird monatlich ermittelt. Die einzelnen Indikatoren bewegen sich zwischen +100 (alle Meldungen positiv) und -100 (alle Meldungen negativ) Punkten.


* Der monatliche Konjunkturindikator stützt sich auf Ergebnisse der vom Münchner Ifo-Institut durchgeführten monatlichen Unternehmensbefragung, soweit sie die Branchen der Holzindustrie betreffen. Die einzelnen Indikatoren bewegen sich zwischen +100 (alle Meldungen positiv) und –100 Punkten (alle Meldungen negativ).

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