Im Februar weiterhin schwache Konjunktur in der Holzindustrie

HDH-Konjunkturindikator für die Holzindustrie

Die Stimmung in der deutschen Holzindustrie hat sich im Februar weiter eingetrübt. Die Unternehmen zeigten sich weniger zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage als noch im Vormonat und blickten pessimistischer auf das kommende Halbjahr.

Monatliche Aussagen der befragten Unternehmen der deutschen Holzindustrie zur jeweils aktuellen Geschäftslage (blau) und zu der für die nächsten sechs Monate erwarteten Geschäftslage (orange) – Angaben für Januar 2020 bis Februar 2024 Quelle: HDH /Ifo-Institut

Die Einschätzung zur aktuellen Lage sank im Februar deutlich auf –29,8 Punkte (Vormonat: -21,6 Punkte). Der Ausblick auf die kommenden sechs Monate verschlechterte sich leicht. Der aktuelle Wert liegt bei -43,2 Punkten (Vormonat: –40,9 Punkte). In der Summe ging der HDH Konjunkturindikator im Februar auf –36,6 Punkte (Vormonat: –31,5 Punkte) zurück (vgl. Abbildung).

Im Vergleich zum gesamten Verarbeitenden Gewerbe schnitt das Geschäftsklima in der Holzindustrie nach wie vor schwächer ab. Der vom Ifo-Institut errechnete Wert für das Verarbeitende Gewerbe sank zwar auf –17,4 Punkte (Vormonat: –15,8 Punkte), bewegte sich aber damit weiterhin über dem entsprechenden Wert für die Holzindustrie (–36,6 Punkte).

Angesichts der unterschiedlichen Betroffenheit der einzelnen Segmente blieb die Stimmung in der Holzindustrie uneinheitlich. Zwar schätzen die Unternehmen in der Holzwerkstoffindustrie (+12,8 Punkte), im baunahen Bereich der Holzindustrie (+6,3 Punkte) und im Holzfertigbau (+3,3 Punkte) ihre aktuelle Geschäftslage als positiv ein. Jedoch deuten die Erwartungen in allen Segmenten negative Entwicklung in den kommenden Monaten an. Insbesondere die Holzverpackungsindustrie (–60,3 Punkte), der baunahe Bereich der Holzindustrie (–45,2 Punkte), die Holzwerkstoffindustrie (–38,5 Punkte) und der Holzfertigbau (–36,1 Punkte) blicken aktuell sorgenvoll in die Zukunft: Diese Segmente erwarten eine deutliche Verschlechterung der Geschäftslage im kommenden halben Jahr. Dies ist aus Sicht des HDH vor allem auf die rückläufige Baunachfrage infolge der gestiegenen Baukosten, der schlechteren Finanzierungskonditionen und die halbherzige Neubauförderung zurückzuführen. Die Baugenehmigungszahlen für neue Ein- und Zweifamilienhäuser gingen in den ersten elf Monaten 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 40%, die Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser um 29,8% zurück. Die im Februar 2024 angekündigte Wiederaufnahme der Neubauförderung des Bundes ist angesichts des riesigen Wohnungsbedarfs nicht mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein und dürfte nicht zu einer fundamentalen Verbesserung der Baunachfrage führen. Gleichzeitig lahmt das Wirtschaftswachstum, die Wachstumsprognose für das laufende Jahr wurde von der Bundesregierung in ihrem Jahreswirtschaftsbericht von 1,3% auf nur noch 0,2% nach unten korrigiert. Auch die Verbraucherstimmung in Deutschland entwickelt sich enttäuschend. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung zeigten nach Angaben der GfK im Januar 2024 spürbare Einbußen. Der monatliche Konjunkturindikator wird vom HDH seit Berichtsmonat Oktober 2020 veröffentlicht. Dieser stützt sich auf die vom Münchner ifo Institut durchgeführte monatliche Befragung von repräsentativen Unternehmen aus allen Segmenten der Holzindustrie und wird monatlich ermittelt. Die einzelnen Indikatoren bewegen sich zwischen +100 (alle Meldungen positiv) und -100 (alle Meldungen negativ) Punkten.

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