Waldbesitz: „Wir sagen Nein“

FVN ruft Mitglieder zu Widerstand gegen Bundeswaldgesetz-Novelle auf

Noch gibt es keinen offiziellen Entwurf zur Änderung des Bundeswaldgesetzes, aber das, was bisher über die Pläne bekannt ist, stößt beim Waldbesitz auf breite Ablehnung. Mit einer gemeinsamen Kampagne „Finger weg vom Bundeswaldgesetz“ warnen die großen deutschen Waldverbände vor den aus ihrer Sicht drohenden Gefahren: mehr Regulierung und Bürokratisierung und insgesamt eine Gängelung des Waldbesitzes (vgl. HZ Nr. 16 vom 19. April, Seite 269). Diese Kampagne wird auch in „der Fläche“ unterstützt, zum Beispiel von der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Niederbayern (FVN).

Die niederbayerischen Waldbesitzervertreter der FVN sprechen sich im Rahmen der Kampagne „Finger weg vom Bundeswaldgesetz“ gegen tiefgreifende Änderungen im Bundeswaldgesetz aus, wie sie nach aktuellem Kenntnisstand zu befürchten sind (von links): Max Nigl, Vorstandsmitglied; Bernhard Dendorfer, Vorstandsmitglied; Klaus Stögbauer, FVN-Berater; Georg Huber, Vorsitzender; Bernhard Bielmeier, Geschäftsführer; Ludwig Huber, Vorstandsmitglied; sowie der zweite Vorsitzende Eduard Eder. Foto: FVN

Die Forstwirtschaftliche Vereinigung Niederbayern (FVN) ist der Dachverband aller FBG’en und WBV’en im Regierungsbezirk Niederbayern und koordiniert über Rahmenverträge die überregionale Holzvermarktung. Neben der Holzvermarktung schafft die FVN durch Bündelung attraktive Dienstleistungen speziell für den Wald- und Forstbereich. Gleichzeitig engagiert sie sich stark in der forstpolitischen Interessenvertretung ihrer Mitglieder und versorgt die Mitgliedszusammenschlüsse zeitnah mit aktuellen Informationen.

In der FVN sind 25 Forstbetriebsgemeinschaften und Waldbesitzervereinigungen mit insgesamt 35 000 Waldbesitzern zusammengeschlossen, die zusammen eine Waldeigentumsfläche von über 235 000 ha bewirtschaften. Die FVN hat nun ihre Mitglieder aufgerufen, die Kampagne „Finger weg vom Bundeswaldgesetz“ aktiv zu unterstützen, u. a. dadurch, dass die Mitglieder mit ihren lokalen Mandatsträgern dazu ins Gespräch kommen und dabei die Position des Waldbesitzes darstellen.

Für die FVN steht das, was von den Plänen zum Bundeswaldgesetz bisher bekannt ist für:

• Nachrangigkeit einer nachhaltigen, umweltgerechten und klimafreundlichen Holzproduktion

• Beschränkung von Baumartenwahl, Feinerschließung und, und, und …

• höheres Arbeitsrisiko und höhere Kosten durch Zwang zu mehr Arbeit mit der Motorsäge

• behördliche Gängelung und Bürokratieaufbau durch zusätzliche Genehmigungspflichten

• Geldbußen, Gefängnisstrafen und Konfiszierung von „Tatmitteln“.

Entsprechend klar die Ansage:

• Wir sagen Nein zu Misstrauen und Gängelung von Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern!

• Wir fordern Vielfalt und Flexibilität in der Bewirtschaftung – gerade in der Klimakrise!

Selber hat die FVN zum Beispiel die 70-Jahr-Feier der WBV Reisbach genutzt, bei der Bayerns Forstministerin Manuela Kaniber als Festrednerin auftrat, um mit ihr über die Pläne zum Bundeswaldgesetz zu sprechen. Dabei hat man jedoch „offene Türen eingerannt“, „watschte“ die Ministerin doch in ihrer Rede das geplante Bundeswaldgesetz der Bundesregierung ab, wie auf „PNP.de“ zu lesen ist. Kaniber sei dabei mit der Bundesregierung hart ins Gericht gegangen, die die Mündigkeit der Waldbesitzer in Frage stelle.

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