FVN empfiehlt: „Gunst der Stunde nutzen“
Forstwirtschaftliche Vereinigung Niederbayern reagiert auf hohe Holznachfrage bei Sägern
Die Sägewerke in der Region, in ganz Deutschland und im benachbarten Ausland suchten händeringend nach Holz, berichtet die Forstwirtschaftliche Vereinigung Niederbayern (FVN). Der Dachverband appelliert daher an die Waldbesitzer, in den nächsten Wochen und Monaten die Gunst der Stunde für die Pflege ihrer Wälder zu nutzen und diese aktiv durch Vorratsabbau und Waldumbau in klimastabile Bestände für die Zukunft zu rüsten.

Die derzeit erzielten Durchschnittspreise für Nadelstammholz bewegten sich auf einem „Langzeithoch“. Aktives „Holzmachen“ generiere daher gutes Geld und verschaffe Spielraum für weitere sinnvolle Investitionen in den Wald. Die FVN mit Sitz im Bayerischen Wald vertritt über die ihr angeschlossenen Waldbesitzervereinigungen und Forstbetriebsgemeinschaften mehr als 40.000 niederbayerische Waldbesitzer.
„Wir Waldbesitzer sollten die Gunst der Stunde nutzen, solange die Nachfrage nach Rundholz so hoch ist und uns dabei immer vor Augen führen, dass die Holzpreise nicht in den Himmel wachsen werden“, sagt der erste Vorsitzende der FVN, Georg Huber. „Ein Großschadensereignis reicht aus, um diesen preislichen Höhenflug wieder zunichtezumachen.“ Weiter erklärt Huber: „Die Forstwirtschaftliche Vereinigung Niederbayern hat mit mehreren ihrer Großabnehmer Rahmenvereinbarungen für den Privatwald verhandelt, welche bis in das kommende Jahr hinein reichen. Die Hölzer, welche über diese Vereinbarungen abgewickelt werden, sind mit entsprechenden Sicherheitsleistungen, z. B. über ausreichend hohe Bankbürgschaften abgesichert. Das Holz wird derzeit sehr schnell abgefahren und die erzielbaren Durchschnittspreise sind mit Blick auf die langjährige Preisentwicklung sehr ansprechend“. Die Waldbesitzer haben dabei auch ihre Marktpartner im Blick: „Eine stetige Belieferung der heimischen großen und kleineren Sägewerke nutzt uns Waldbesitzern langfristig, weil wir als verlässliche und wichtige Partner wahrgenommen werden“, so Huber. Sollte der Holzfluss nicht in Fahrt kommen, bestehe die Gefahr, dass sowohl kleine als auch große Sägewerke ihre Produktion reduzieren und – im ungünstigsten Falle – sogar ihre Produktionsstätten dauerhaft schließen. Ein solcher „rundholzmangelbedingter“ Strukturwandel sei absolut nicht wünschenswert „und spätestens beim nächsten Großschadensereignis durch Sturm, Borkenkäfer oder Schneebruch wünschen wir uns diese möglicherweise verloren gegangenen Einschnittkapazitäten – ebenfalls händeringend – zurück“, so Huber.
Und auch der Wald profitiere: „Regelmäßiges Holzmachen im Zuge von Durchforstungen und Waldpflege dient der Stabilität und der Qualität unserer Wälder. Unterlassene Durchforstungen und Waldpflege hingegen führen zu anfälligen und instabilen Beständen, die schlecht gegen Stürme und Schadinsekten gerüstet sind. Große Schadholzmengen zur Unzeit mit niedrigen Preisen sind dann die Folgen.“
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